Tod eines Spitzels


Roman von
Leon R. Preuss

Tod eines Spitzels

ISBN: 3-938488-01-8
VP: EUR 19,90

bedrucktes Hardcover
mit Farbumschlag
gebunden, 152 Seiten

Ost-Berlin, drei Jahre vor der Wende. Ein Spitzel der Stasi hat erfahren, dass Goebel, ein Bekannter des Spitzels, an einem staatsfeindlichen Manuskript schreibt und dieses in den Westen schmuggeln lassen will. Der Spitzel meldet dieses Vorhaben. Die Über- wachungsmaschinerie der Stasi setzt sich daraufhin in Bewegung. Goebels Umfeld wird durchleuchtet, die Stasi versucht, durch gezielte Falschinformationen, Goebel zu zersetzen. Als er die Leipziger Buchmesse 1986 besucht, erhält eine "Rund - um - die - Uhr - Beschattung". Die Stasi vermutet, dass er das Manuskript dort einem Kurier übergeben will...

 


Abrechnung mit DDR - Staatsterrorismus

PRESSEMITTEILUNG
München, 15. Oktober 2005

Der Münchner Autor Leon R. Preuss debütiert mit seinem Roman „Tod eines Spitzels“ auf der 46. Münchner Bücherschau

Die DDR, das waren nicht nur Trabbis und Spreewaldgurken. Die DDR existierte zeitlebens durch ihren mit Rechts- staatstheater nur mühsam kaschierten Staatsterrorismus. Die Bevölkerung wurde hinter Minenfeldern eingesperrt und „auf Linie gebracht“. Wer aus der Reihe tanzte, hatte mit Zersetzung zu rechnen. Nachdem die Stasi- „Kontrollettis“ zur flächendeckenden Überwachung nicht ausreichten, ließ man sich die Bevölkerung kurzerhand gegenseitig bespitzeln.
 

 


Wer die DDR als Hort der „sozialen Wärme“ bezeichnet, kennt sie entweder nur aus der Jungpionier-Perspektive oder gar nicht. Oder er nimmt nur die Teile der Realität wahr, die in sein Weltbild passen.
Der Autor wurde 1963 in der Nähe von Berlin geboren. Er lebt heute als Rechtsanwalt und Hochschuldozent in München. 1986 konnte er aus der DDR ausreisen. Die Überwachungs- und Zersetzungsmaßnahmen, die die Stasi gegen ihn nicht erst mit dem Ausreiseantrag einleitete, erschlossen sich dem Autor in ihrem vollen Umfang erst bei der Einsicht in seine Stasi-Akte. Sie sind der Steinbruch, aus dem der Rohstoff für der Roman „Tod eines Spitzels“ gewonnen wurde.
Der Autor bleibt allerdings nicht bei der Vergangenheitsbewältigung stehen, sondern stellt sich auch die Frage, wie effektiv die modernen Kommunikations- mittel zur Zersetzung von Individuen hätten eingesetzt werden können, wenn sie der Stasi zur Verfügung gestanden hätten.
 

 


Im März 2006 jährt sich der Besuch des Autors auf der Leipziger Buchmesse zum zwanzigsten Mal, bei dem ihm die Stasi eine „Rund-um-die-Uhr-Beschattung“ angedeihen ließ. Sie wollte verhindern, dass er ein Manuskript weitergibt, um es in den Westen schmuggeln zu lassen.
Das Jubiläum dieser filmreifen, wie erfolglosen Überwachung (das betreffende Manuskript war längst im Westen) ist Anlass der Veröffent- lichung. Und die Verwunderung darüber, dass Leute, die es bis heute nicht geschafft haben, aus der SED auszutreten, sich unwidersprochen in die Pose des „überzeugten Demokraten“ werfen können.

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